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Vaä„-, cl. 2. Febr. 1786.
Mein Firmian Stanislaus!
Im Mai bin ich in Baireuth; und Du mußt auch dahin.Weiter Hab' ich Dir jetzo nichts wichtiges zu schreiben; aberdas ist ja wichtig genug, daß ich Dir am ersten Tag des Wonne-monats tu Baireuth anzulangen anbefehle, weil ich etwasungemein Tolles und Erhebliches und Unerhörtes mit Dirvorhabe, so wahr Gott lebt. Meine Freude und Dein Glückhängt an Deiner Reise; ich würde Dir das Geheimniß schonin diesem Briefe offenbaren, wenn er aus meiner Hand in keineginge, als sogleich in Deine. — Komm! — Du könntest jamit einem gewissen Knhschnappler Rosa reisen, der aus Bai-reuth seine Braut holen will. Sollte aber der Knhschnappler,was Gott verhüte, jener Meycrn seyn, wovon Du mir ge-schrieben, und käme dieser Goldfisch angeschwommen, um seinerschönen Braut mit seinen dürren, dünnen Armen mehr Kältezu geben als Wärme, wie man in Spanien ähnliche ordent-liche Schlangen um die Bonteillen zum Kühlen legt, so willich ihr, wenn ich nach Baircuth komme, die besten Begriffevon ihm bcibringen, und darauf beharren, daß er zehn-tauscndmal besser sei, als der Häresiarch Bellarmin, der inseinem Leben viel öfter, nämlich 2236mal die Ehe gebrochen.Du weißt, daß dieser Verfechter der Katholiken mit 1624Weibern einen vcrbotncn Umgang gepflogen; er wollte alsKardinal zugleich die Möglichkeit des katholischen Zölibatsund die Möglichkeit der päbstlichen Beschreibung einer Hurezeigen, welche die Glossa zu einer Rcgimentinhaberin von23000 Mann erhebt. — Ich wünsche herzlich, den Heimlichervon Blaisc zu sehen; ich würde ihm, wenn er mir näher stände,
Jean Maul's ausgew. Werke. IX. g