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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Vaä-, cl. 2. Febr. 1786.

Mein Firmian Stanislaus!

Im Mai bin ich in Baireuth; und Du mußt auch dahin.Weiter Hab' ich Dir jetzo nichts wichtiges zu schreiben; aberdas ist ja wichtig genug, daß ich Dir am ersten Tag des Wonne-monats tu Baireuth anzulangen anbefehle, weil ich etwasungemein Tolles und Erhebliches und Unerhörtes mit Dirvorhabe, so wahr Gott lebt. Meine Freude und Dein Glückhängt an Deiner Reise; ich würde Dir das Geheimniß schonin diesem Briefe offenbaren, wenn er aus meiner Hand in keineginge, als sogleich in Deine. Komm! Du könntest jamit einem gewissen Knhschnappler Rosa reisen, der aus Bai-reuth seine Braut holen will. Sollte aber der Knhschnappler,was Gott verhüte, jener Meycrn seyn, wovon Du mir ge-schrieben, und käme dieser Goldfisch angeschwommen, um seinerschönen Braut mit seinen dürren, dünnen Armen mehr Kältezu geben als Wärme, wie man in Spanien ähnliche ordent-liche Schlangen um die Bonteillen zum Kühlen legt, so willich ihr, wenn ich nach Baircuth komme, die besten Begriffevon ihm bcibringen, und darauf beharren, daß er zehn-tauscndmal besser sei, als der Häresiarch Bellarmin, der inseinem Leben viel öfter, nämlich 2236mal die Ehe gebrochen.Du weißt, daß dieser Verfechter der Katholiken mit 1624Weibern einen vcrbotncn Umgang gepflogen; er wollte alsKardinal zugleich die Möglichkeit des katholischen Zölibatsund die Möglichkeit der päbstlichen Beschreibung einer Hurezeigen, welche die Glossa zu einer Rcgimentinhaberin von23000 Mann erhebt. Ich wünsche herzlich, den Heimlichervon Blaisc zu sehen; ich würde ihm, wenn er mir näher stände,

Jean Maul's ausgew. Werke. IX. g