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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
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hendcs Beet am Abhänge eines Vulkancs vor, dessen nächsteErschütterungen das Beet zerreißen. Ach, entweder dieZukunft oder 'die Vergangenheit stehen in jedem Gesicht undmachen uns, wenn nicht wehmüthig, doch sanstmüthig.

Firmian hätte gern den ganzen Tag zumal eh' derAbend kam seine wieder gefundene Lenettc am Herzen,und seine frohen Thronen im Auge behalten; aber bei ihrwaren Geschäfte Pausen, und die Thräncndrüscn sammt demHerzen Hunger quellen. Ucbrigcns hatte sic nicht 'ein-mal den Muth, ihn über die metallische Quelle dieses gold-führenden Baches zu fragen, auf dessen sanfter Wiege sie heuteschwankte. Aber der Mann entdeckte ihr gern das Gchcimnißder verkauften Uhr. Heute war die Ehe, was die Vor-Ehe ist, ein Ccmbal d'Amonr, das zwei Sangbödcn um-geben, die statt der Saiten deren Wohllaut verdoppeln. Derganze Tag war als ein Ausschnitt aus dem klaren Mond ge-hoben, den kein Dunstkreis nberschlcicrt; oder aus der 2tcnWelt, worein sogar ans jenem die Mondeinwohner ziehen.Lenettc wurde durch ihre Morgcnwärmc einem sogenanntenbemoosten Veilchenstcinchen gleich, das die Düfte eines ver-kleinerten Blumenbeets austhcilt, wenn man es nur wär-mer reibt.

Abends erschien endlich der Rath, vcrlegen-zitternd, einwenig stolz aussehend, aber unvermögend, als er Lencttcngratulircn wollte, cs zu thun vor Thräncn, die eben so sehrin seiner Kehle als in seinen Augen standen. Seine Verwir-rung verbarg die fremde. Endlich verging der undurchsichtigeNebel zwilchen ihnen, und sic konnten sich sehen. Dann wurdeman recht froh: Firmian nöthigte sich die Zufriedenheit ab,und den beiden andern flog sie frei in die Brust.