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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
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Diese Stummheit verhärtete endlich den armen Advokatenso sehr, daß er sic auch bekam. Er ahmte die Frau, wie einVater die Kinder nach, um sie zu bessern. Sein satirischerHumor sah oft der satirischen Bosheit ähnlich; aber er hatteihn nur, um sich gelassen und kalt zu erhalten. Wenn Kam-merzoseu ihn unter seiner schriftstellerischen Siederei undBrauerei gänzlich dadurch störten, daß sie mit Bcihülse Lenet-tcns seine Stube zu cincr Heroldkanzlei und Redncrbühne er-hoben: so zog er wenigstens seine Frau vom Rednerstuhl her-ab, indem er das hatt' er vorher mit ihr ausgemachtdreimal mit dem vergoldeten Vogclzcpter aus sein Schreibpultschlug;> so nimmt ein Zepter leicht der Schwester Redncrindie Preßfreiheit. Ja er wa^im Stande, wenn er oft vordiesen aufgezogne» redenden Cicerosköpfcn saß, ohne einenGedanken oder eine Zeile heransznbringen, und wenn er we-niger seinen eignen Schaden, als den andern so unzähligvieler Menschen vom höchsten Verstand und Stand, beherzigte,die durch diese Sprcchkundigcn um tausend Ideen kamen, erwar dann im Stande, sag' ich, einen entsetzlichen Schlag mitdem Zepter, mit dem Lineal auf den Tisch zu thun, wie manauf einen Teich applizirt, um das Quaken der Frösche zustillen. Besonders kränkte ihn der Raub am meisten, der ander Nachwelt begangen wurde, wenn durch solches verfliegendesGeschwätz sein Buch geringhaltiger auf sic gelangte. .Es istschön, daß alle Schriftsteller, sogar die, welche die Unsterblich-keit ihrer Seele längnen, doch die ihres Namens selten anzu-fechten wagen; und wie Cicero versicherte, er würde ein zwei-tes Leben glauben, sogar wenn cs keines gäbe: so wollen sieim Glauben an das zweite ewige Leben ihres Namens bleiben,thäten auch die Rezensenten das Gegentheil entschieden dar.