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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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In dieser Laune that er cm einem Sonntage, wo sic wie-der in die Vespcrprcdigt des Schulraths ging, mit zornschwc-rem Gcmüth die leichte Frage, warum sic sonst so selten indie Abendpredigt gegangen, und nun so häufig. Sie versetzte:sie Hab' es gcthan, weil der Vcsperprcdigcr Schalaster sonstgepredigt, sür welchen seit der Ausrenkung des Schlüsselbeinsder Schulrath die Kanzel besteige; werde aber das Bein wie-der hcrgestellt, so solle sie Gott bewahren, in seine Andacht zugehen." Nach und nach bracht' er heraus,daß sie den jun-gen Schalastcr sür einen falschen gefährlichen Jrrlehrcr halte,der von der heiligen Schrift Luthcri abwciche, weil er anMascheh, an Jusos Christas, Pctros, Paulos glaube, und alleApostel bei ihm sicho88on", so daß sich alle christliche Seelenärgern, und das himmlische Jerusalem Hab' er gar auf eineArt genannt, die sic nicht einmal nachsprcchen könne; er habenun seitdem sich am Schlüsselbeine einen Schaden gethan, abersie wolle nicht richten."Dieß thu' auch nicht, liebe Le-nctte, sagte Siebcnkäs; der junge Mann hat eben entwederein schwaches Gesicht, oder ist im griechischen Testament schlechtbewandert, denn da sicht das >i wie ein o aus. O, wie mancheSchalaster sagen nicht in so verschiedenen Wissenschaften undGlaubenslehren Pctros statt Petrus, und bringen ohne Nothund ohne Eckstein durch blutverwandte Selblautcr die Men-schen auseinander."

Nur aber diescsmal brachte Schalastcr sic ein wenig zu-sammen. Dem Armcnadvokaten that es wohl, daß er sichbisher geirrt, und daß Lenctten nicht blos Liebe zu Stiesel,sondern auch Liebe für reine Religion in die Abcndkirche hin-ein gesetzt. Schwach war freilich der Unterschied; aber in derNoth nimmt man jeden Trost mit; Siebenkäs freute sich dem-