60
„arabischen Wüste mit allen ihren Wcttergebcten je eine ein-zige Wolke zn Stande gebracht; oder warum die Geistlichen„nur gegen Nässe und Trockenheit und nicht auch gegen einen„grimmigen Winter Umgänge, die wenigstens für die Um-„gängcr ihn mildern würden, veranstalteten, oder in Holland„gegen Nebel, in Grönland gegen Nordscheinc; auch wundere„er sich am meisten, warum die Heidenbekehrer, die sich so oft„und mit solchem Erfolg die Sonne erbitten, wenn blos die„Wolken sie verdecken, nicht auch um den Sonncnkörpcr (was„viel wichtiger wäre) anhalten, wenn er in Polarländcrn gar„ganze Monate nicht einmal zum Vorschein komme bei Hellem„Himmel; oder warum wir, fragt' er endlich, gegen große„für uns selten erfreuliche Sonnenfinsternisse nicht Vorkehren,„sondern hierin uns eigentlich von den Wilden übertreffen„lassen, welche sie am Ende wegheulen und wegflchen." —>Wie nehmen manche Worte, an sich anfangs unschuldig, jasüß, erst auf dem Lager der Zeit giftige Kräfte an, wie Zucker,der 30 Jahre in Magazinen gelegen*)! Jene freien Wortegriffen jetzo stark in Lcnettcn ein, wenn sic unter der auslauter Aposteln gezimmerten Kanzel Stiefels saß und ihn einGebet nach dem andern verrichten hörte, bald für, bald widerKrankheit, Obrigkeit, Niederkunft, Saat, u. s. w. Wie süßwurd' ihr nun auf der andern Seite der Pelzsticfel und wieschön wurden dessen Predigten wahre Licbebriese für ihr Herz!Und ohnehin steht ja Geistlichkeit in einem nahen Verhältnißmit dem weiblichen Herzen; daher bedeutet ursprünglich aufder deutschen Spielkarte das Herz die Geistlichkeit. —-
Was that und dachte nun Stanislaus Sicbenkäs bei
*) Sander über das Große und Schöne der Natur. Th. 1.