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der Juwclierwage im Glaskästchcn vor dem leichtesten Lüftcheneiner andern Zunge übcrschlägt: ach heute senkte sich schon beiFirmian die Wage ein wenig, und bei Lcnetten ganz. Erbereitete sich aber doch und fürchtete sich zugleich, einen Neu-jahrwunsch zu geben und zu beantworten. Er ermannte sichund trat mit dem alten herzhaften Schritt, als wäre gar nichtsgeschehen, ins Zimmer. Sic hatte, um ihn nicht zu rufen,lieber die Kaffeekanne zu einem Kühlfaß werden lassen undstand, mit dem Rücken gegen ihn, an der herausgezogenenKommodeschublade, und zerrete— Herzen auseinander, um zusehen, was hinter ihnen sei. Es waren nämlich gedruckte inVerse gebrachte Neujahrwünsche, die sic aus der schöncrn Zeitin Augspurg von Freunden und Freundinnen herüber gebrachthatte; der freundliche Wunsch wurde von einer Gruppe aus-geschnittener in einer Spirallinie in einander zurücklaufenderHerzen bedeckt. Wie die h. Jungfrau mit wächsernen, so wer-den die andern Jungfrauen mit papiernen Assignatcnherzenumhangen; denn bei diesen holden führt alle Glut und Freund-schaft den Namen Herz, wie die Landkartenmacher den Umrißdes heißen Afrika auch einem Herzen ähnlich finden. —Firmian errieth leicht alle sehnsüchtige Seufzer, die inder Verarmten über so viele zertrümmerte Wünsche aufstiegen,und alle trüben Vergleichungen der jetzigen Zeit mit der la-chenden, und was der Schmerz und die Vergangenheit einemweichen Herzen mit einander sagen: ach, wenn am Ncujahrtagschon der Glückliche seufzet, so muß ja wol der Unglücklicheweinen dürfen? >— Er sagte seinen guten Morgen sanft, undwollte nach einer sanften Antwort seine Wünsche an die ge-druckten schließen. Aber Lenette, viel tiefer und öfter gesternverwundet als er, murrete ihm eine kalte, schnelle zurück.-