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in derselben Minute der Wunsch und das Unvermögen, siezu lieben, die Einsicht ihrer Mängel und die Gewißheit ihrerKälte. — Er setzte sich in den eingemanertcn Fenstcrsitz, undlehnte den Kopf auf, und rührte zufällig ihr nachgebliebnesSchnupftuch an, das feucht und kalt von Thränen war. Die
Gekränkte hatte sich nach dem langen Drucke eines ganzen
Tages recht mit dieser milden Ergießung erquickt, wie mannach starken Quetschwunden die Ader öffnen lasset. Bei demAntastcn des Tuchs lief cs eiskalt über seinen Rücken, wie einGewisscnsbiß; aber sogleich darauf brühendheiß, da er dachte,sie habe nur über den Verlust einer ganz andern Person ge-weint, als der seinen.. Nun sing, aber ohne die Harfe, derGesang und die Flöte wieder an, und beide wallctcn in einemlangsamen Liede in einander, dessen Strophen immer schlossen:„hin ist hin, todt ist todt." Ihn umfaßte der Schmerz, wie
der Mantelfisch, mit seiner dunkeln erstickenden Hülle. Er
drückte Lcncttens nasses Schnupftuch hart an seine Augäpfelund vernahm nur dunkel: hin ist hin, todt ist todt. Da floßplötzlich sein ganzes Innere aufgelöset bei dem Gedanken aus-einander, daß sein stockendes Herz ihm vielleicht kein neuesJahr mehr außer dem morgendlichen zu erleben gönne — under dachte sich scheidend, und das kalte Tuch lag mit doppeltenThränen kühlend am heißen Angesicht — und die Töne zähl-ten wie Glocken alle Punkte der Zeit, und man vernahmdas Vergehen der Zeit — und er sah sich in der stillenHöhle schlafend, wie in der Schlangengrotte, und statt derSchlangen leckten nur die Würmer die heißen, scharfen Giftedes Lebens ab *).
*) In die Schlangengrotte bei Oivita Veooliia brachte man
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