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Die Sonne schloß das alte Jahr mit Schatten ab, und alsnun Abends die Sterne auftratcn, die im Frühling sonst denMorgen schmücken: so brach das Schicksal die schönsten Liancn-Zweigc voll Blüte von seinem Geiste weg, und Helles Wasserquoll ans ihnen: „ich erlebe und sehe nichts mehr vom künf-tigen Frühling, dacht' er, als sein Blau, das an ihm, wie„in der Schmelzmalerei, unter allen Farben zuerst fertig wird."Sein zur Liebe crzogncs Herz ruhte ohnehin immer von Sa-tiren, von trocknen Geschäften und zuweilen von der Kälte Le-nettcns an der ewigen, warmen und umfangenden Göttin aus,au der Natur. Hier in das freie, enthüllte, blühende All, un-ter den großen Himmel, trug er gern seine Seufzer und sei-nen Kummer, und er machte in diesen Garten, wie sonst dieJuden in kleine, alle seine Gräber. — Und wenn uns dieMenschen verlassen und verwunden: so breitet ja auch immerder Himmel, die Erde und der kleine blühende Baum seine Armeaus und nimmt den Verletzten darein aus, und die Blumendrücken sich an unfern wunden Busen an, und die Quellenmischen sich in unsere Thränen, und die Lüfte fließen kühlendin unsere Seufzer — das Weltmeer von Bcthesda erschüttertund beseelet ein hoher Engel, und wir tauchen uns mit allentausend Stichen in seine heißen Quellen ein und steigen zuge-hcilet und mit abgespannten Krämpfen aus dem Lebenswasserwieder heraus.
Firmian ging mit einem Herzen voll Versöhnung undmit Augen, die er im Dunkeln nicht mehr trocknete, langsamnach Hause; er sagte sich jetzt alles, womit er seine Lencttcentschuldigen konnte — er suchte sich auf ihre Seite zu ziehendurch den Gedanken, daß sic nicht, wie er, den Minervens Helm,den Fallschirm und Fallhut des Denkens, Philosophirens und