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Er machte Rezensionen, wie Andre Gebete, nur in derNoth; cs war das Wassertragen jenes Atheners, um nachherder Licblingwisscnschast ohne Hunger obzuliegen. Aber seinensatirischen Biencnstachel steckt' er bei Rezensionen in die Scheide;blos aus seinem weichen Wachs- und aus dem Honigmagennahm er die milden Ueberzuge seiner Urtheile. „Kleine Schrift-geller, sagt' er, sind immer besser, und große schlechter als.„ihre Werke. Warum soll ich moralische Fehler, z. B. Eitel-keit, dem Genie vergeben und dem Dunse nicht? Höchstens„jenem nicht. — Unverschuldete Armuth und Häßlichkeit ver-dienen keinen Spott; aber verschuldete eben so wenig,„obgleich Cicero wider mich ist. Denn ein moralischer Fehler„(und also seine Straft) kann doch nicht durch dieselbe zufäl-„lige physische Folge, die bald kommt, bald außen bleibt, grö-„ßer werden? Ist ein Verschwender, der zufällig arm wird,„einer größern Straft werth, als der, der's nicht wird? Höch-„stens umgekehrt." Wendet man dieses auf die schlechtenSchriftsteller an, denen eine undurchdringliche Eigenliebe ihrenUnwcrth verdeckt und an deren unschuldigem Herzen der Kri-tiker den Zorn über den schuldigen Kopf auslässet: so darfman zwar noch bitter über die — Gattung spotten, aber dasEinzelwesen werde nur sanft belehrt. Ich glaube, es wäredie Gold- und Tiegelprobe eines moralisch in sich abgeründe-tcn Gelehrten, wenn man ihm ein schlechtes, berühmtes Buchzu rezensieren anftrüge.
— Ich will mich vom D. Merkel ewig rezenfiren lassen,wenn ich in diesem Kapitel noch Einmal ausschweisc. — Fir-mian arbeitete ein wenig eilig an der Rezension des Langi-schen Programms: Urneinmsn Iiistorins LuperintenclkntiuinJean Paul's ausgew. Werke. IX. Z