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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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innige Feier einer glücklichen Zeit so lange, bis eine anderekommt, wo lauter Hoffnungen in ungetrübter Reihe durchJahre vor dir hinliegcn: so ist auf unserer ewig wankendenglatten Kugel keine einzige innige Freude gedenkbar: dennnach zehn Tagen oder Jahren erscheint gewiß ein Schmerz;und so kannst du dich an keinem Maicntagc erlaben, undflatterten alle Blüten und Nachtigallen auf dich nieder, weilganz gewiß der Winter dich mit seinen Flocken und Nächtenbedeckt. Genießest dn aber doch deine warme Jugend ungc-scheuct vor der im Hintergründe wartenden Eisgrubc desAlters, in welcher du durch immer wachsende Kalte noch-einige Zeit ausbcwahrct wirst: so halte das frohe Heute füreine lange Jugend und das trübe Uebcrmorgcn für ein kur-zes Alter." Das Griechische oder Lateinische, versetzte sic,nimmt sich schon geistlicher ans, und auf der Kanzel wird dieSache oft gepredigt, ich geh' auch jedesmal recht getröstet nachHaus, bis das Geld uns wieder ausgcht.

Noch schwerer hatt' er's, sie aus die rechten Freuden-sprünge zu bringen, Mittags am Eßtische. Rauchte nämlichstatt ihres täglichen Hcxels ein besonderer ägyptischer Fleisch-tops, ein seltner Braten, den die Grafen von Wratislaw ohneSchande hätten liefern und die von Waldstcin*) mit Ehrenhätten vorschneidcn können, rauchte ein solcher Schmaus überdas Tischtuch: so konnte Siebenkäs gewiß hoffen, daß seineFrau einige hundert Dinge mehr vor dem Essen wegzuarbci-ten habe, als sonst. Der Mann sitzt dort, und ist willensanzuspießen blickt umher, gedämpft anfangs, dann grim-

*) Jene versehen bei der Krone Böheim das Erzküchcnmeister-,diese das Erbvorschneidcramt.