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„Die Gräfin (sagte Julienne) lobt niemand ins Gesicht alssich." Linda ertrug mit eigner Gutmüthigkeit den Spott.Albano, ihr oft gefallend und mißfällig, wo er's nicht wußte,vergab der Liebe so leicht. Der Freundschaft vergibt die be-leidigte Eitelkeit schwerer.
„Zwar doch! (holte Julienne Plötzlich unter dem Schleierder Lustigkeit zu einer ernsten Rede aus) Dein Emigrir-Pro-jckt nach Frankreich ist ein buux- brillant. Kannst du dennglauben, daß man es dir znlässet, daß eine Prinzessin-Schwester von Hohcnfließ dem Bruder Pässe zu einem demo-kratischen Feldzüge unterschreibt? Nimmermehr! Und gar keinMensch, der dich liebt!" — Albano lächelte, wurde aber amEnde ernst. Linda war still und senkte das Auge. „Zeigemir (sagte er sanft wie nur mit halbem Ernst und Scherz)auf der Landkarte eine bessere Laufbahn!" — „Einen böscrnLaufgraben? (sagte sie spielend.) Wol kaum!" Nun schattetesic mit aristokratischen, weiblichen und fürstlichen Farben zu-gleich, mit dreifarbigen Farbcncrden alle Flammen, Rauch-wolken und Wellen ab, womit der Nonte ouovo der Revolu-zion aus dem Grunde aufgcsticgen war. Und setzte dazu:„lieber ein müßiger Gras als das!"— Er wurde roth. Vonjeher war ihm das weibliche Binden der männlichen Kraft,das liebende Krnmmschließen zu Blumen herab, das ungerechteUmschmieden des Liebes-Rings zum Galeeren-Ring so anf-schrcckcnd und verhassct; — „in einer Welt, die nur eineMcßwoche und ein Maskenball ist, nicht einmal Meß- undMaskcnfreiheit zu behalten, ist stark," hatte einmal Schoppegesagt und er nie vergessen, weil es aus seiner Seele in siekam. „Schwester, du bist entweder nicht mein Bruder, oderich deine Schwester nicht (sagt' er), sonst verständen wir uns