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12 (1848) Titan : vierter Band
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zugleich. Es kamen kühle Schluchten mit reisen Orangenund Aepseln ausgesüllt, neben heißen Felsen von Aloe undGranaten, und an die Gipse! des Kirsch- und Apfelbaumsrührten oben die Wein- und Orangenblüten. In den blü-henden Klüften schlugen sichere Nachtigallen, und aus denRitzen schossen giftlose Schlangcuköpfr ans Licht. Zuweilenkam ein Kloster in einem Zitroncnwäldchen, zuweilen ein wei-ßes Haus am Weingarten, bald eine kühle Grotte, bald einKohlgarten neben rothcm Klee, bald eine kleine Aue voll wei-ßer Noscnblumen und Narzissen, und überall ein Mensch, dersingend, tanzend und anrcdcnd vorübcrging. Wechselnddeckten Höhen und Garten das Land und das Wasser auf undzu, und lange schimmerte oft das weite ferne Meer und seineWolken-Küste wie ein zweiter Himmel durch die grünen Zweigenach.-

Sie kamen dem Hause des Einsiedlers aus dem Gipfelimmer näher, auf bunten goldncn Schwungfedern des Lebenssich wiegend. Sie sagten einander zuweilen ein freudigesWort, aber nicht um sich mitzutheilen, sondern weil das Herznicht anders konnte und ein Wort nichts war als ein freudi-ger Seufzer. Sic standen endlich auf dem Erden-Thron undblickten wie von der Sonne herunter. Rings um sie war dasMeer gelagert, ins Blau des Horizonts verschmolzen vonKapua her zog in der Tiefe der weiße Apennin um den Vesuvund herüber auf der laugen Küste Sorreuto's fort undvom Pausilip an verfolgten die Länder das Meer bis überMola und Terracina auf der geöffneten Welt-Fläche er-schien alles, die Vorgebirge, die gelben Krater-Ränder ans denKüsten und die Inseln rings umher, die der verhüllte fürch-terliche Gott unter dem Meere aus seinem Fenerreich an die