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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
297
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wcidcwürmcr dcS Jchs, Erboßnng, Entzückung, Liebe unddergleichen, wieder herum kriechen und nagen, und einer denandern fristet: so sch' ich vom Ich herunter ihnen zu; wiePolypen zerschneide und verkehr' ich sic, stecke sic ineinander.Dann seh' ich wieder dem Zusehen zu und da das ins Unend-liche geht, was. hat man denn von Allem? Wenn Andere einenGlaubcns-ZdcaliSmus haben, so bab' ich einen HcrzcnS-Idca-lismus, und jeder, der alle Empfindungen oft auf dem Thea-ter, dem Papier und dem Erdboden dnrchgcmacht, ist so. Wozudicnt's? Wenn du jetzt stürbest, sag' ich mir oft, so wäreja Alles, da alle Radien des Lebens in den kleinen Punkteines Augenblicks zusammenlanscn, wcggcwischt, unsichtbar;mir ist dann, als war' ich Nichts gewesen. Oft sch' ich dieBerge und Flüsse und den Boden um mich an und mir ist,als könnten sic jeden Augenblick auseinander flattern und ver-rauchen und ich mit. Das künftige Leben, da das anwesendekaum eines ist, und Alles, was daran hängt, gehört unterdie Entzückungen, denen man zusicht; zumal unter einer, inder Liebe.

Da Du so leicht jede Verschiedenheit von Dir für Ent-kräftung hältst: so sag' ich Dir gerade heraus: steige nurweiter, knätc Dich nur mehr durch, hebe nur den Kopf ausden heißen Wogen der Gefühle höher, dann wirst Du Dich nichtmehr in sie zerlaufen, sondern sie allein vcrwallcn lasten.Es gibt einen kalten, kecken Geist im Menschen, den Nichtsetwas angeht, nicht einmal die Tugend; denn er wählt sic erstund er ist ihr Schöpfer, nicht ihr Geschöpf. Ich erlebte ein-mal ans dem Meer einen Sturm, wo das ganze Wasser sichwüthend und zackig und schäumend anfriß und durcheinander-