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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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zart, als sic gedacht, sondern sehr männlich, rauh und wildwie ihr Vater die Zeit und Zukunft vertilgt, und die künf-tigen Tage daraus für sie nur eine blind gemalte Jubelpforte,die Menschenhände nicht öffnen, und durch welche sie nicht mehrdringen kann, außer mit der cntbuudnen Seele, wenn dieseden trägen Schleppmantel des Körpers ans die Erde zurückgc-worfen.

Ihr Herz klammerte sich jetzt - wie Albano dem männ-lichen noch mehr dem weiblichen an, das zärter und ohnedie Fieber der Leidenschaften schlug; so wie die Kompaßnadelsich als eine gcwundnc Lilie zeigt, so die Tugend sich ihr alsweibliche Schönheit.

Ihre Mutter wich nicht von ihrem Blinden-Stuhl, siclas ihr vor, sogar die französischen Gebete, und hielt sic tröstendaufrecht; und sie wurde leicht getröstet, denn sie sah nicht dasbekümmerte Gesicht der Mutter und hörte nur die ruhigeStimme. Julienne warf seit dem Begräbniß der ersten Liebeeine alte Kruste ab und ein frisches Feuer für die Freundinging aus dem Herzen auf:ich habe nicht redlich an dir ge-handelt," sagte sie einmal; da erklärten sic sich verborgen ein-ander und dann reihetcu sich ihre Seelen wie Blumen-Blätterzu Einem süßen Kelche zusammen. Die Fürstin sprach ernstüber Wissenschaften und gewann sogar die Mutter, der sie inmännlicher Gesellschaft weniger gefallen. Abends vor dem Ein-schlafen flog noch wie ans dem Frcudenhimmel Karolinc in ihrSchattenreich herab; und wuchs täglich an Glanz und Farbe,sprach aber nicht mehr; und Liane entschlummerte sanft, indemsie einander anblickten.

Zuweilen fuhr der Schmerz an sie herüber, daß sie viel-leicht ihre thcuern Gestalten, zumal ihre Mutter, nie mehr