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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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lübde des Schweigens bricht*)— wenn sie, sag'ich, wie eine Fruchthalb vor der Sonne halb im Schatten, nach außen hin blühtund nach innen kalt erbleicht, wenn sie, ihrem entseelten Her-zen nachsterbend, dir endlich nichts mehr verhehlen kann, son-dern Jahre lang die Blässe und die Schmerzen des Unter-ganges mitten im Aufgange des Lebens hcrumträgt — undwenn du sie nicht trösten darfst, weil du sie zerstöret hast unddein Gewissen den Namen Kindcrmördcrin nicht verschweigt— und wenn nun endlich das ermüdete Opfer vor deinenTbränen dalicgt und das ringende Wesen so bang und früh,so matt und doch lcbensdurstig, vergebend und klagend, mitbrechenden und sehnsüchtigen Blicken peinlich-verworren undstreitend in den bodenlosen Todesfluß mit den blühenden Glie-dern nntcrsinkt: o schuldige Mutter am Ufer, die du sic hin-cingestoßen, wer will dich trösten? —> Aber eine schuldlosewürde ich rufen und ihr das schwere Sterben zeigen und sicfragen: soll dein Kind auch so nntergchcn? —

5». Z Y k e l.

Es war ein romantischer Tag für Zesara, sogar von außen;Sonncnfunken und Regentropfen spielten blendend durch denHimmel. Er hatte einen Brief von seinem Vater aus Ma-drid bekommen, der ans den gedrohten Tod seiner Schwesterendlich das schwarze Siegel der Gewißheit drückte und worinnichts, angenehmes war als die Nachricht, daß Don Gaspardmit der Gräfin de Romciro, deren Vormundschaft er nun schließe,in dem Herbste (dem italiänischcn Frühling) nach Italien gebe.

*) Ferslers Ansichten. I. B.