Druckschrift 
14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

erschuf. Er sammelte alle fremde Freuden wie warme Stralcuiu seiner stillgchaltcncn Seele zum Brennpunkte. Den mitSternen weiß-blühenden Himmel ließ er ins kleine Nachti-gallenspicl hcrabhängen und der Mond mußte seinen Heiligen-schein mit Wina's Gestalt zusammen weben. Dieser Mond,sagt' er sich, wird in der Nachmitternacht des Neujahrs fastwieder so am Himmel stehen, und ich werde nicht nur dieFlöte und meine Gedanken, auch Ihre Stimme hören.Die Sterne des Morgens werden blinken und ich werdeerst unter dieser künftigen Musik denken:so groß hätt' ichmir die Wonne am frohen Abend der Eisfahrt nie gedacht."

Jetzt trat er immer weiter in den Teich hinein, oder stack-weiter in die See oder ins Eismeer, um der Geliebten näherzu begegnen. Da sic ihn nun ein paarmal nahe umkreisctc,und seine Frendenblnmcn den höchsten Schuß thatcn und mitbreiten Blättern wogten, mähte sie Zablocki's Bedienter mitder Nachricht ab: der Wagen sei da. Der stolze Lakai er-innerte ihn wunderbar an Wina's Stand, und an seineKühnheit.

Nach der Flucht der Drei nahm ihn Vult am Armeaufs Eis hinein, und sagte:jede Lust ist eine Selbstmörderin,und damit gut. Aber gibt cs denn ein kahleres Paar armeHäute als ich und du, sämmtlich? Denn wenn cs ein Lum-pen-Hündchen-Paar gibt, das drei durstige Engel den ganzenAbend trocken ans dem Wasser herumfahrcn lässct, weil csnicht so viel in der Tasche, oder droben in der Stube zusam-men bringen kann, um den Engeln nur die kleinste Erfrischungvorznsctzcn, das wenige Kommiß-Eis ausgenommen, woraufsic fuhren: so ist wahrlich das Paar niemand als wir.Ach waren wir denn im Stande, wenn sie schlechtes Wetter