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14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
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daß gerade zufällig, wenn er eben in den Spiegel sah, immerein warmes Erröthen das ganze niedcrblickcnde Antlitz über-floß. Einmal sah er im Spiegel den Brautschatz ihres Blicksausgelegt, sie zog leise wieder den Schleier darüber. Einmalda ihr offnes Auge darin wieder dem seinigen begegnete,lächelte sie wie ein Kind; er drehte sich rechts nach dem Ur-bilde und ertappte noch das Lächeln.Ging es Ihnen seitRoscnhos wohl, H. Harnisch?" sagte sie leise.Wie einemSeligen, versetzte er, wie jetzt." Er wollte wol etwas vielanderes feineres sagen; aber die Gegenwart unterschob sichder Vergangenheit und testirte in deren Namen. Doch gaber die Frage zurück.Ich lebte, sagte Wina, mit meinerMutter, dieß ist genug; Leipzig und seine Lustbarkeiten ken-nen Sie selber." Diese kennt freilich ein darbender Muscn-nnd Schulzensohn wenig, der an den Rosen des kaufmännischenRosenthals nicht höher ansklettcrt als bis zu den Dornen,weil er jene nicht einmal so oft theilt als ein Maurer-Meistereinen fürstlichen Saal, zu welchem dieser stets so lange Zutritthat, als er ihn mauert. Jndeß denken sich die Hähern Ständenicht leichter hinab, zu Honvraziorcn besonders denn vonSchäfer-, d. h. Bauerhüttcn haben sic im französisch einge-bundenen Gcßncr eine gute Modell-Kammer als sich dietiefern hinauf.Göttlich ist da der Frühling, antwortete er,und der Herbst. Jener voll Nachtigallen, dieser voll weichenDuft; nur gehen der Gegend Berge ab, welche nach meinemGefühl durchaus eine Landschaft beschließen müssen, doch nichtunterbrechen; denn auf einem Berge selber ist nicht die Land-schaft, sondern wieder ein fernster Berg schön und groß.Die Leipziger Gegend enget also ein, weil die Gränze, odervielmehr die Gränzlosigkcit, nichts der Phantasie übrig lässct.