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14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
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mittag war voll Frühling gewesen und jetzt in der Abend-stunde quoll gar ein Nachtigallenschlag wie aus einem äußernBlütenhain in seinen innern herüber. Er nahm einen Juden-jnngen, der im nächsten Wirthshaus schlug, für eine wahreNachtigall. Ein uumcrklicher Jrrthum, da die Philomcle,die uns singt, eigentlich doch nirgends sitzt nnd nistet als inunserer Brust! Schnell, wie von einem Zauberer, wurdendie steilen Felscnwände seiner Lage umher mit Ephcu nndmit Blümchen überzogen. Der Mond kam Heller herein undWalt stand nnd ging mitten in seinem leisen Glanze träu-mend betend, cs war ihm, als höben nnd hielten ihn diegeraden Stralcn nnd als habe er jeden gemeinen Gegenstandim Zimmer oder ans der Gasse mit Fcsttapcten zu verhüllen,damit der Himmel nur Himmlisches auch auf der Erde be-rühre.So war cs gerade einst," sang er mehrmals, aufjenen Abend deutend, wo er neben Wina's Zimmer mond-still ans und ab ging. Ja er improvifirte singend den Po-lymetcr:

Liebst du mich," fragte der Jüngling die Geliebte jedenMorgen; aber sie sah crröthct nieder nnd schwieg. Sie wurdebleicher und er fragte wieder, aber sie wurde roth nndschwieg. Einst als sie im Sterben war, kam er wieder undfragte, aber nur ans Schmerz:liebst du mich nicht?"und sie sagte Ja nnd starb.

Er verfang sich immer tiefer in sein Herz Zeit undWelt verschwand er spielte wie eine sterbende Ephemeresüß in den Hellern Stralen des Mondes und unter Monds-stänbchen: da kam Vult heiter zurück und brachte dieNachricht, Wina sei angekommcn, deckte aber sogleich derenWerth für ihn selber durch eine zweite lustige zu (und lachte