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Was Raphaclens Thränen anlangt — glaube mir, die Wei-ber haben größere Schmerzen als die, worüber sieweinen."
„Gott, wie desto trauriger!" ries Walt. „Weiber undMüller, sagte Vnlt, halten versteckte Windlöcher, damit Mehlfür sie verstäube, wenn der andere mahlt." —
„Meinetwegen! sagte Walt. Ich gab einem Frauenzim-mer mein Wort. Ich bürge. Gott dank' ich nur, daß er mireine Gelegenheit bcschcerte, das Vertrauen zu zeigen, das manzu den Menschen haben soll, will man nicht das eigne ver-lieren. Soll cs aber sehn — lass' mich reden in dieser Stunde— daß kein Gefühl mehr wahrsagt, soll der Glaube und dieLiebe bluten und verbluten: o so freu' ich mich, daß ich dieWunde nur empfange, aber nicht schlage. Ich bürge entschie-den. Vater-Zorn — aber kennt er in seiner Dorf-Welt meinehöhern Verhältnisse? — und Mutter-Zorn — und Kerkerund Noth: es brech' ein; ich bürge. Zürne du. Ich bürgeund gehe hinab."
Vnlt hielt ordentlich noch an sich, ganz bestürzt und ausdem Sattel gehoben von Walts Sprüngen, der jetzt immerweniger zu regieren war, je mehr er ihn stach und trieb; —vielleicht, weil der sanfteste Mensch, sobald man seiner Freiheitstatt zu schmeicheln droht, spornstetig*) wird. — „Dugehst, sagte Vnlt, (ich bitte dich gewiß ruhig) gehe blos indich. Fahre nicht, wie ein geblendeter Vogel, gerade in dieHöhe! Kehr' um. Ich flehe dich, Bruder!" — „Und müßt'ich gleich ins Gcfängniß, ich hielte Wort!" sagt'er. — „Vcr-
*) So sagt man von Pferden, welche das Spornen zu nichtsbringet als zum Stehen.