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erst zwei Minuten später hell auf, weil er gerade so vielebrauchte, um sich heimlich die Anekdote noch einmal, aber aus-führlicher, vorzutragen. Der Mensch will nicht, daß mau ihmdie spitze, blanke Pointe zu hitzig auf der Schwelle auf dasZwerchfell setze. Eine gemeine Anekdote ergreift ihn mit ihremAusgang froh, sobald er nur vorher durch viele Langeweiledahin getrieben wurde. Geschichten wollen Länge, MeinungenKürze. Walt trieb die zweite anonyme Geschichte von einemHolländer auf und vor, welcher gern ein Landhaus, wegender herrlichen Aussicht aus die See, besessen hätte, wie alleWelt um ihn, allein nicht das Geld dazu hatte. Der Mannaber liebte Aussichten dermaßen, daß er alle Schwierigkeitendadurch zu besiegen suchte, daß er sich auf einem Hügel, dener gegen die See hatte, eine kurze Wandmauer, und dareinein Fenster brechen ließ, in welches er sich nnr zu legenbrauchte, um die offne Sec zu genießen und vor sich zu haben,so gut als irgend ein Nachbar, in seinem Gartenhaus.
Sogar Wina lächelte glänzend unter dem rothen Taft-Schatten hervor. Mit noch mehr Anmuth als bisher thcilteWalt die dritte Anekdote mit.
Ein Frühprediger, dessen Kehlkopf mehr zur Kanzel-Prosa als zur Altar-Poesie gestimmt war, rückte zu einerStelle hinauf, die ihn zwang, vor dem Altäre das „Gott inder Höhe sei Ehr'" zu singen. Er nahm viele Singstunden;endlich nach 14 Siugtagen schmeichelte er sich, den Vers inder Gewalt und Kehle zu haben. Die halbe Stadt ging frü-her in die Kirche, um der Anstrengung zuzuhören. Ganzmuthig trat er aus der Sakristei (denn er hatte sich darinvom Singmeistcr noch einmal leise überhören lassen) und stieggefaßt auf den Altar. Alle Erzähler der Anekdote stimmen