Druckschrift 
10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
Seite
297
Einzelbild herunterladen
 

297

einem wahren Höllcnbesen, der mich wie einen Parforce-hirschen hier ins Schilfrohr hercingehctzt. Kcrstcne, ich bla-mire mich im Wasser, wenn ich mit nnscrm Wehcstande ganzherausgchc; kurz, meine ?l>ilnntln-o^>ia war vor der Ehe wiedie Stacheln eines ncugebornen Igels weich, aber in der Ehe,als das Laub herunter war, sah ich wie auf Bäumen imWinter ein Raben- und Tcnscls-Nest nach dem andern. Siezog sich stets so lange an, bis sic sich wieder auszichen mußte- wenn ein Fehler an mir oder den Kindern gehoben war,zankte sie noch ein wenig fort, wie man sich noch fort er-bricht, wenn das smstieum und alles schon heraus ist siegönnte mir wenig, und hätt' ich ein Fontanell gehabt, siehätte mir die frische Erbse vorgerückt, die ich jeden Tag hättehincinlegcn müssen kurz, wir wollten beide verschiedenhinaus, der Rnnknagel der Liebe war ausgczogen und ichfuhr mit den Vorderrädern ins Wasser herein und meinekrnenumernntia hält mit den Hinterrädern zu Hanse.Seht, meine Weiber, darum thn' ich mir mein Leid an>der Atzmann * *) hätte mich ohnehin bei der Kehle gegriffen; spiegelt euch aber! Denn wenn ein Mann, der ein Ge-kehrter ist und darum, wie ihr von Fichten noch wisset, alsangestcllter Ansscher, Lehrhcrr und Mentor des Menschenge-schlechts herumgcht, vor seiner Frau ins Wasser springt undseine Ephorie und Hosmeistcrstellc fahren lässct: so könnt ihrschließen, wozu Eure Männer, die sich mit mir gar nicht mes-scn dürfen in der Gelehrsamkeit, kapabel find, falls ihr solche

des ans Pränumerazion erscheinenden Elementarwcrks taufenlassen. S. Schlichtegrolls Nekrolog.

*) So heißt an einigen Orten die Schwindsucht.