295
„Wilden die Siechlinge, und die kräftigen Spartcr gaben kei-„nem Pazientcn ein Amt, geschweige die Krone — besonders„sei Stärke vonnöthen, um in unfern niedrigen Zeiten quali-„fizirtc Subjekte ausznprügcln, weil seines Wissens die Faust„mit einigem Inhalte die beste Jnjuricnklage und netio ex„leZe clilkninnri sei, die ein Bürger anstcllen könne." —
Darum badete er Sommer und Winter eiskalt, so wie ereben darum in allem enthaltsam blieb.
Nun war er bei dem häßlichen Wonncmonatswetter blosin seinem grauen Hnsarenmantcl — daheim sein Schlasrock —und mit nicdergetrctenen Schuhen ans Wasser gegangen; zuHause hatt' er sich vorher ordentlich ausgezogcn, um am Ge-stade so gleich fertig zu sehn. Die Trauerkompagnie, die ihnmit seinem schnellen Schritte am Wasser gehen und endlichalles zurnckwerfen und hineinspringcn sah, mußte glauben, derMensch wolle sich ertränken, und rannte vereinigt seinem Bade-orte zu, um ihn nicht zu lassen. „Ersäuf' Er sich nicht!"schrie die Traucr-Ncgcrci von weitem. Er ließ sic erst heran,um mit ihr näher aus der Sache zu reden: „Ich nehme noch„Vernunft an, ob ich gleich schon im Wasser stehe; aber lasset„euch auch bedeuten, lieben Kerstenc insgemein, denn so hieß„man zu Karls Zeiten die Christen! Ich bin ein armer Sa-kramenter, und erinnere mich kaum, wovon ich bisher lebte,„so blutwenig war's. Was ich in der Welt nur anfing, da-„bci war kein Segen, sondern Krebsgang hinten und vorn.„Ich legte in Wien ein hübsches Magazin von Schnepfendreck„an, aber ich setzte nichts ab, aus Mangel an Schnepfen. —„Ich griff's am andern Ende an und hausirte in Karlsbad„für große Herren, die sonst ans jeden Bettel und Sessel ein„Gemälde setzen, mit hübschen Kupferstichen für den Abtritt,