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Blickt nach Morgen — die Direktrice unsers Wclttheaterskann nicht über drei Wolken weit von nns sehn. —
Die alte Frau*), die Aurora, streuet ihre gelbe Sonnen-blumen immer dicker — ich sehe schon neugeprägte Krönung-stittcrn, goldnc und silberne, auf der Erde ausgcworfen —höret daS Rauschen des Zugs — jetzo wird eine Fackel vor-ausgctragcn — sie brennt die Wolken au — die Fürstin soll
über Feuer ciuziehen.-Da steigt sic heraus die Königin
unsers Tags und unsers Jahrs.
Sei gcgrüßct, Mutter der Erden und Blüten und Früchte!Wie blickst du so mild und weich das scheidende Jahrhundertau! — O, seine Schlachtfelder sind jetzt nur unter unschul-digen Schnee versteckt. — Zieh dem Jahrhundert, diesem wil-den Titan**), wie sonst, das Schwert aus der Hand, und gibihm deinen geheiligten Oelzweig ins Grab! — Wie, warnicht seine letzte Bahn, wie die einer Königleichc, mit Trauer-tuch belegt, und wird es nicht, wie diese, unter Kanonen cin-gesenkt? Gib 'uns Liebe und Friede, Mutter des Lebens undder Wärme! Schick' uns den weißen, sanften Schwan, der dirheilig ist, und baue mit deiner reinen Leier die Menschheitwieder aus, welche Mißtöne zertrümmert haben! — Gib unsLiebe und Friede, das bleibe unser letztes Gebet! — Ach, derDädalus der Menschheit, die Zeit, schloß uns Statuen dieAugen auf, hob unsere Hände empor, und band die Füßelos; —- aber siehe, Plötzlich zerschlagen die Statuen, wiecmporwachsendc Drachenzähne, einander selber, und stürzen,wie jene Noseukreuzcrische Statue, die ewige Lampe um, diesic gehütet haben.
*) Eine thut cs in London am Krönungtagc des Königs.
**) Apollo stand dcm Jupiter gegen die Titanen bei.