215
Gelehrten ist wol nichts an einem Regenten wichtiger,als daß er sic beschützt und pensionirt; und falls ein gekrönterBroddieb des Landes nur ein guter Nntritor der Akadcmicenund Akadcmisten ist, so weiß jeder Dekan, das; ein Fürst einMensch ist, und mutzt ihm nicht alles ans. Einmüthig wirdnun von den Gelehrten hicnicden unsere neue Ncgentin er-hoben. In ihrer Jugend privatifirte sie, als Amazone ver-kleidet, lange in Griechenland; und noch führt sie den NamenApollo. Viele Länder wurden über das Geschlecht dieserRitterin d'Eon irre, wicwol man ans dem jungfräulichenGefolge der neun Musen oder 61168 ck'Iionneur, und ans derschönen jugendlichen, unbärtigen Gestalt dieses Apollo leichthätte merken können, wie viel Uhr cs sei. Sie machte übrigensin Griechenland, wie mehre ihres hohen Standes, nicht diebesten Verse (weil in den Orakeln der Stoff über die Formvorsprang), aber doch die besten Versmacher. Da erfand sieden Lorbeer, um uns etwas, wenn auch nicht in die Arme,doch auf den Kopf zu geben, und uns auf diese Weise fürstlichzu belohnen. Manchen armen Teufel von Gelehrten hält sienoch ein ganzes halbes Jahr licht- und holzfrei. DieselbenVerse, wofür der neidische Nero den Lukan umbrachtc, undAlexander den Chörilus, hatte sie beiden in die Federgesagt; — wie ganz anders, als jene Regenten, führte sichdiese Frau auf, oder als der Mischling ans beiden, Ludwig XIV.,der seine Uebcrsetzung des Casars, so wie seine Feldzüge durchandere machen ließ! Und schickt unsere Zaarin nicht eben dieKalender, die ihr nach der Krone streben, ihren Vasallen zu,wie der sincsische den scinigen? — Bode in Berlin soll reden!
Als Apollo nahm sie längst den medizinischen Doktorgradan. Die gallischen und englischen Könige legten sich nur auf