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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
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Kopf; darauf beobachtete ich scharf und kalt, wie er bei dieserersten Freundschaft-Aukcr-Probe Stand halte und sich be-trage. Aber wir prügelten sogleich uns mit vier Händendurch, und der Treulose haßte mich hinterher, wie einen Hund.Dieß hatt' ich von meiner ersten leichten Liebe-Probe; washätt' ich mir vollends von einem so wankelmüthigen Freundezu versprechen gehabt, hätt' ich ihn noch ganz anders undschärfer aus die Kapelle gebracht, z. B. um Haus und Hof,oder gar ums Leben? Anders sollen, hoff' ich, unsere Freund-schaft-Proben ablanfcn. Mich meiner Seits erschlagen Sie,wenn Sie wollen; ich umhalse Sie stets sogleich in der frohenEwigkeit, und sage: willkommen, mein Stryk, mein herauf-führcnder Franziskaner-Strick und Galgen- und Treppcn-Strick! - Doch dieß sind Wortspiele und elend genug."

Der Bruunenarzt hatte bisher, zumal vor mehren Maus-Ohren an der Tafel, den bedächtigen Mann gespielt, und sichwenig anders gegen den Trunk-Sprecher ausgelassen, als mitleichtem Nein, Ja und Wink. Nur Neugier nach dem Ans-gange, Scheu vor dem wild-begeisterten Doktor, mehr Hoff-nung, ihn vor der Welt zuletzt beschämend zu verwickeln, undsogar einiger angetrunkener Muth pichten ihn ans dem Foltcr-stnhle fest. Nüchtern erhielt er sich übrigens durch Mcid-Künste ja mehr als der Doktor selber, der sich zuletzt dochdurch Reden betrank.

Erst bei der vierten Flasche überzeugte jener sich, daß imWeine oder im Doktor wirklich Wahrheit sei; mehre ver-sprochene Ransch-Nachwehcn und Feucrmäler waren schon da,nur das gewcissagte Verschenken wollte sich nicht einstcllcn.Der Doktor warf allerlei seltsame Winke hin, daß er sehr gernwolle, der Fürst wäre nicht da, aber wol dafür ein anderer

Jean PauUs aurgew. Werke. XV. >