146
andere, in einem weiten, dnstcnden, wehenden Arkadien angc-langt nnd stehend, plötzlich von irgend einem einsamen Unglückumgriffen wird, nnd nun mitten unter dem allgemeinen Ge-sänge: „Freut euch des Lebens," den er mitstngt, leise sagt:freuet euch des Lebens, meines ist anders.
Ach wozu dieß alles? Aber eine wichtige Regel macht'ich mir; und ich wollte, besonders die Männer hielten sieheilig: schone, o schone jede Seele bei einem Lustfestc, weil csihr viel zu wehe thut, mitten in der allgemeinen Freuden-Erntc ganz allein gar nichts zu haben, und doch noch, beidem Zentner-Ach in der Brust, mit einem leichten Lächcl-Gesichtdaznstchcn; daher sollten besonders die Liebhaber und dieEltern uns arme Mädchen mit Qualen verschonen auf Bällen,Hochzeitfestcn, Maicnscsten, Weinlesen. Ach, wir leiden niemehr, als in Gesellschaft; die Männer vielleicht in der Ein-samkeit! Ich weiß es nicht.
Jetzo sah ich nicht mehr ab, warum ich Umstände mitder Tafel machen sollte; unglücklich könnt' ich sa in der Ein-samkeit so gut seyn, als in der Gesellschaft. Ich ging davon,und sagt' es dem Vater. Das Aller-Dümmste sdacht' ich)denken doch die Bade-Gästinncn ohnehin von mir; also istnichts zu verderben an den Dummheiten.
Ich konnte aber unmöglich schon nach Haus und unterdie Dach-Enge; ich mußte ins Weiteste; ich wollte die Sternebei mir behalten. Da senkte mein ganzes Herz sich plötzlichauf die unsichtbare Brust meiner todtcn Mutter. Ich dachtean die Zanberhöhlc, durch deren wunderbare Lichter sie einstdie ans ihren Armen aufhüpfcnde Tochter durchgetragcn; undich erfragte unten im Dorfe den Höhlcn-Eingang. Der Mondschien an die Pforte; die Kinder hatten davor gespielt, und