Druckschrift 
15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

Leser Hausen: so haben wir unterwegs alles, jede Zoll- undWarntafel und jeden Gasthofschild gelesen und jene nichts,und wir lachen herzlich über sic.

9. S u in m u l a.

Halb tag fahrt nach St. Wolfgang.

Theoda konnte unmöglich eine Viertelstunde vor demEdclmannc sitzen, ohne ihn über Inner- und Acnßerlichkcitenseines Freundes Thendobach, von dem Zopfe an bis zu denSporen, auszufragcn. Er schilderte mit wenigen Zügen, wieeinfach er lebe und nur für die Kunst, und wie er, ungeach-tet seiner Lustspiele, ein gutmüthiges, liebendes Kind sei, daseben so oft geliebt als betrogen werde; und im Aeußern habeer so viel Aehnlichkcit mit ihm selber, daß er darum sich oftTheudobachs Körper neune. Himmel! mit welchem Feuerschauetc die Begeisterte ihm ins Gesicht, um ihren Autor einPaar Tage früher zu sehen!Ich habe doch in meinem Le-ben nicht zwei glcichähnliche Menschen gesehen," sagte Theoda,der einmal in einem glänzenden Traume Thcudobach ganzanders erschienen war, als sein vorgebliches Nachbild.Soller meiner Tochter gefallen, bemerkte der Doktor, so muß dieNasenwurzel des Poeten und der Nasenknorpel sammt demKnochenbau etwas stärker und breiter sehn als bei Ihnen,nach ihren phantastischen Voraussetzungen aus seinen Büchern."Wenn also der Schleicher etwa, wie ein Doppeladler, zweiKronen durch seine Namen-Maske auf den Kopf bekommen

3 *