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Zarah oder Fenella (denn unsere Leser muffen lange schondie Identität dieser zwei Personen geahnt haben) schlug dieAugen nieder, und schwieg eine lange Zeit. „Christian,"sagte sie endlich in einem feierlichen Tone, „wenn meine Be-griffe von Recht und Unrecht roh und unzusammenhängendsind, so liegt die Schuld für's Erste an dem wilden Feuer,das meine heimathliche Sonne meinen Adern mittheilte;nächstdem an meiner Kindheit, die ich unter dem Treiben,den Streichen und Künsten der Gaukler und Marktschreierzubrachte; und an einer Jugend voll List und Täuschung,nach der Art, die Ihr mir vorschriebt, wobei ich zwar Alleshören, aber mich Niemandem mittheilen sollte- Die letzte Ur-sache meiner Verirrungen, Christian, wenn es solche waren,liegt in Euch allein; durch Eure Jntriguen kam ich in dasHaus jener Dame, und Ihr lehrtet mich, es sei meine erstegroße Pflicht auf Erden, meines Vaters Tod zu rächen; undich sei verbunden, diejenige zu Haffen und zu beleidigen, vonder ich gespeist oder gepflegt wurde. Ich glaube auch — dennich will offen mit Euch sprechen — Ihr würdet nicht so leichtin dem Kinde, dessen erstaunliche Gewandtheit das Glück je-nes Marktschreiers machte, Eure Nichte entdeckt, noch so leichtihn bewogen haben, sich von seiner Sklavin zu trennen, hättetIhr nicht, um Eurer eigenen Absichten willen, mich unter seineAufsicht gegeben, und Euch das Recht Vorbehalten, mich zu-rück zu fordern, wann es Euch gefiele."
„Ihr thut mir Unrecht, Zarah," sagte Christian — „ichfand Euch in einem außerordentlichen Grade fähig, das zurRache des Todes Eures Vaters nöthige Unternehmen auszu-führen — ich weihte Euch demselben, so wie ich mein eignesLeben und meine Hoffnungen demselben weihete; und Ihr