„Das glaub' ich wohl," sagte der Herzog; „es ist eineEule, die nicht bei Tageslicht fliegen will, wenn es noch einGebüsch gibt, darunter hin zu schlüpfen."
Der Oberst trat nun in's Zimmer. Er war lang, starkgebaut, über das mittlere Alter hinaus, und sein Ansehenkonnte, die trübe Wolke, die darauf lag, ausgenommen, fürhübsch gelten. Während der Herzog mit ihm sprach, schluger, entweder aus Demut-, oder aus einer andern Ursache,sein großes ernstes Auge nieder; aber er erhob es, wenn erantwortete, mit einem scharfen Blick eifriger Beobachtung.Seine Kleidung war sehr einfach, und mehr jener der Puri-taner, als der Ritter seiner Zeit ähnlich; ein schattiger schwar-zer Hut, gleich dem spanischen Sombrero, ein großer schwar-zer Mantel und ein langes Schwert gaben ihm in etwas dasAnsehen eines Castilianers, welches die Gravität und die Ge-radheit seines Benehmens beträchtlich verstärkten.
„Willkommen, Oberst," sagte der Herzog, „wir sind langeeinander fremd gewesen — wie ist es Euch gegangen?"
„Wie andern Männern von Thätigkeit in ruhigen Zeiten,"antwortete der Oberst.
„Wohlan, Oberst," sagte der Herzog, „ich habe mich Eu-rer Tapferkeit vormals bedient, und ich kann es wieder thun.Ihr kennt Christian?"
„Ja wohl, gnädiger Herr," erwiederte der Oberst; „wirsind lange mit einander bekannt gewesen."
„Er ist im Begriff, nach Derbyshire zu gehen, um einegewisse Nichte von seiner Familie aufzusuchen, die er schwer-lich dort finden wird. Ich verlasse mich auf Eure erprobteFreundschaft, daß Ihr, auf welche Art cs sei, seine Rückkehrnach London um vierzehn Tage verzögert- Auch könnt Ihr