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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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Goethe an Keflner.

v. 16. Jul. 1798.

Wenn Ihr mein lieber alter Freund, gelegentlichwieder ein Wort hättet von Euch hören lassen, so würdetIhr wohl auch von mir früher etwas vernommen haben;denn daß ich einmal auf einen Brief nicht antworte undlange schweige ist bey mir von keiner Konsequenz. DieTage und Jahre fliehen mit einer so reißenden Leb-haftigkeit daß mail sich kaum besinnen kann, und bergabscheint es noch immer schneller zu gehen. Wenn wir unswieder sähen so hoffte ich Ihr solltet mich dem innernnach, wohl wieder erkennen, was das äußere betrifft sosagen die Leute ich sey nach und nach dick geworden.Ich lege Euch eine Schnur bey, als das Maas meinesUmsangs damit Ihr messen könnt ob ich mich von dieserSeite besser gehalten habe als Ihr, denn sonst warenwir ziemlich von einerley Taille. Ich befinde mich wohlund thätig, und so glücklich als man es auf dieffmErdenrunde verlangen kann.