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Goethe an Keftner.
v. 10. Nov. 1788.
Es ist wohl Nicht artig daß ich so lang in Deutsch-land bin und noch kein Zeichen des Lebens von mirgegeben habe. Ihr seyd deshalb sehr artig, daß Ihr mirzuvorkommt und mir Nachricht ertheilt wie es Euch undden Eurigcn geht. Ich freue mich daß Ihr alle zusam-men wohl seyd und Euch noch immer vermehrt.
Warum meine Mutter nicht geantwortet hat be-greife ich nicht. Es wäre sonderbar wenn durch diesenZufall die Tochter der Mutter ominösen Nahmen fort-führen sollte.
In Italien ist mirs sehr wohl gegangen, ich habeganz nach meinem Sinne gelebt und brav studirt. Ichwollte nur ich hätte das zwanzig Jahre früher habenkönnen! da hätte man die Sachen aber auch nicht sosolid genommen.
Rehberg hat sich sehr gut zu uns gefunden. Mitganz neuen Menschen laß ich es gern eine Weile so