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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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88 .

Goethe an Kestner.

Am ersten Christtage, morgends nach sechs. (1773.)

Es ist ein Jahr dass ich um eben die Stunde aneuch schrieb, meine lieben, wie manches hat stck ver-ändert seit der Zeit.

Ich Hab euch lange nicht geschrieben, das macht dasses bunt um mich zugeht.

Ich danke dir liebe Lotte dass du mir für meineSpinneweben einen Brief geschenkt hast. Wenn ich dasgehofft hätte, wäre mein Geschenk eigennützig gewesen.Ich habe ihn wohl hundertmal geküßt. Es giebtAugenblicke wo man erst merkt wie lieb man seineFreunde hat.

Ich kann euch die Freude nicht beschreiben die ichhatte Merken wieder zu sehn, er kam acht Tage ehich's vermuthete, und sas bey meinem Vater in der Stube,ich kam nach Hause, ohne was zu wissen, tret ich hin-ein und höre seine Stimme eher als ich ihn sehe. Dukennst mich Lotte.

Ke jener, Grethe und Wcrther. 0 13