Druckschrift 
Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

115

im Fluss machte einen köstlichen Eindruck in meineSeele den ich mit bcyden Armen umfasste. Ich lief zuden Gerocks lies mir Bleystifft geben und Papier, undzeichnete zu meiner grossen Freude, das ganze Bild sodämmernd warm als cs in meiner Seele stand. Siehatten alle Freude mit mir darüber, empfanden alleswas ich gemacht hatte und da war ichs erst gewiss, ichbot ihnen an drum zu würfeln, sie schlugens aus undwollen ich solls Mercken schicken. Nun hängts hier anmeiner Wand, und freut mich heute wie gestern. Wirhatten einen schönen Abend zusammen wie Leute denendas Glück ein großes Geschcnck gemacht hat, und ichschlief ein den heiligen im Himmel dankend, dass sie unsKinderfreude zum Crist beschceren wollen. Als ich überden Markt ging und die vielen Lichter und Spielsachensah dacht ich an euch und meine Bubens wie ihr ihnenkommen würdet, diesen Augenblick ein Himlischer Botemit dem blauen Evangelio, und wie aufgerollt sie dasBuch erbauen werde. Hätt ich bey euch seyn könnenich hätte wollen so ein Fest Wachsstöcke illuminiren, dasses in den kleinen Köpfen ein Wiederschein der Herrlich-keit des Himmels geglänzt hätte. Die Tohrschlicßerkommen vom Bürgermeister, und rasseln mit Schlüsseln.Das erste Grau des Tags kommt mir über des Nach-baars Haus und die Glocken lauten eine Cristliche Ge-meinde zusammen. Wohl ich bin erbaut hier oben auf