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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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Bild steht zu Häuptcn das freute mich sehr, Leuchenhat jetzt die andere Seite ich dank euch Kcstner fürdas liebe Bild, es stimmt weit mehr mit dem übereinwas ihr mir von ihr schreibt als alles was ich imagi-nirt hatte; so ist cs nichts mit uns die wir rathenphantasiren und weissagen. Der Türner hat sich wie-der zu mir gekehrt, der Nordwind bringt mir seine Me-lodie, als blies er vor meinem Fenster.

Gestern lieber Kestner war ich mit einigen gutenJungcnö aus dem Lande, unsre Lustbarkeit war sehr-laut und Geschrey und Gelächter von Anfang zu Ende.Das taugt sonst nichts für die kommende Stunde, dochwas können die heiligen Götter nicht wenden WennsIhnen beliebt, sie gaben mir einen frohen Abend, ichhatte keinen Wein getrunken, mein Aug war ganz un-befangen über die Natur. Ein schöner Abend als wirzurückgingen es ward Nacht. Nun muss ich dir sagendas ist immer eine Sympatie für meine seele wenn dieSonne lang hinunter ist und die Nacht von Morgen herausnach Nord und Süd um sich gegriffen hat, und nur nochein dämmernder Kreis von abend heraufleuchtet. SehtKcstner wo das Land flach ist ists das herrlichste Schau-spiel , ich habe jünger und wärmer Stunden lang so ihrzu gesehn hinab dämmern aus meinen Wandrungen. Aufder Brücke hielt ich still. Die düstre Stadt zu beydenSeiten, der Still leuchtende Horizont, der Widerschein