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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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davon, nachdem er schon öfters vergebliche Versuche zurFlucht gemacht hatte. Er ist zu Franckfurt und wirreden flechsig durch Briefe mit einander. Bald schrieber, nunmehr seiner wieder mächtig zu seyn; gleich dar-auf fand' ich wieder Veränderungen bey ihm. Kürzlichkonnte er es doch nicht lassen, mit einem Freunde, derhier Geschäfte hatte, herüber zu kommen, er würdevielleicht noch hier seyn, wenn seines Begleiters Ge-schäfte nicht in einigen Tagen beendigt worden wären,und dieser gleiche Bewegungsgründe gehabt hätte, zu-rückzueilen: denn er folgt seiner nächsten Idee, und be-kümmert sich nicht um die Folgen, und dieses fließtaus seinem Charakter, der ganz Original ist?

Inzwischen ist auch mein Vater gestorben, welchesin seinen Folgen mich schon mehr mit den traurigenBeschwerden der Menschen bekannt gemacht hat undvielleicht noch mehr machen wird.

Damit Sie ferner wissen, wie es mit meinen ge-heimsten Angelegenheiten steht: Ich bin mit Lottchenin keiner weitern Verbindung, als worin ein ehrlicherMann steht, wenn er einem Frauenzimmer den Vorzugvor allen übrigen giebt, sich mercken läffet, daß er eingleiches von ihr wünscht und wenn sie solches thut,dieses nicht nur, sondern auch eine völlige Resignationvon ihr annimmt. Dieses halte ich schon genug, umeinen ehrlichen Mann zu binden, zumal wenn solches

Kestner, Goethe und Werther. i 0