50
10 .
Aus Kölners Tagebuche.
1772 den 21. Sept. begleitete ich, nebst Hr. v.Born, die Herrn v. Hardenbergs und Freytag nachFrankfurt. ....
d. 22.Um 4 Uhr ging ich zu Schlosser, und
siehe da der Goethe und Merck waren da. Es war mireine unbeschreibliche Freude; er fiel mir um den Halsund erdrückte mich fast..... Wir gingen aus den Römer,wo die Mercken, nebst der Dlle. Goethe, auch war. Wirgingen vors Thor auf dem Walle rc. spatzieren. Unver-muthet begegnete uns ein Frauenzimmer. Wie sic denGoethe sah, leuchtete ihr die Freude aus dem Gesicht,plötzlich lief sie auf ihn zu, und in seine Arme. Sieküßten sich herzlich; es war die Schwester der Antoinette.Die Zeit ging unterm Spatzierengehen und sprechen, baldder Mercken, bald dem Merck, bald dem Goethe, unver-merckt hin. Wir gingen in Goethe's Haus; die Mutter
' Der nachmalige Preußische Staatskanzler, Fürst von Harden-berg, damals Cammerrath in Hannover.