I.
Fragment eines Brief-Entwurfs,
aus Kestners Papieren,
geschrieben im Anfang seiner Bekanntschaft mit Goethe.
Im Frühjahr kam hier ein gewisser Goethe ausFranckfurt, seiner Handthierung nach Ile. .Iuris, 23 Jahr-alt, einziger Sohn eines sehr reichen Vaters, um sichhier — dicß war seines Vaters Absicht — in keaxitimzusehen, der sei'nigen nach aber, den Homer, Pin-dar rc. zu studircn, und was sein Genie, seine Den-kungsart und sein Herz ihm weiter für Beschäftigungeneingeben würden.
Gleich Anfangs kündigten ihn die hiesigen schönenGeister als einen ihrer Mitbrüder und als Mitarbeiteran der neuen Franckfurter Gelehrten Zeitung, beyläufigauch als Philosophen im Public» an, und gaben sichMühe mit ihm in Verbindung zu stehen. Da ich unterdiese Classe von Leuten nicht gehöre, oder- vielmehr imPublic» nicht so gange bin, so lernte ich Goethcn erst