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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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übereilte Versprechen, ist, bis auf verschiedene in denfolgenden Ausgaben des Wertster vorgenommene Abän-derungen, unerfüllt geblieben. Später kamen beideFreunde, laut der Documcnte Nr. 121 und 122, nocheinmal auf diesen Gegenstand zurück; aber weiter reichendeAenderungcn zeigten sich als unmöglich, je mehr dasbewunderte Gedicht die Gemüther ergriff, und zuerst vonder deutschen, dann von den andern Nationen Besitznahm: jeder Gedanke war Eigenthum ^ der Völker ge-worden, das der Geber selbst nicht zurücksordern konnte.Auch Kestner wird dieses erkannt haben und hat sich umso eher dabei beruhigen können, als das Geheimniß desRomans in dem weiten Kreise seiner Freunde und Be-kannten bald hinreichend aufgeklärt war, und schon diePersönlichkeit der Ehegatten sie vor jeder falschen Beur-theilung schützte.

Das schöne Verhältniß der Freunde überhaupt, undinsbesondere Kestncrs zugleich würdige und liebevolleStellung zu dem minder besonnenen Jüngling, kanntreffender nicht hervortreten, als durch die Lösung desvon Goethe verschuldeten Mißverständnisses selbst. Seinegroße Jndiscretion würde unverzeihlich gewesen sein, wenner deren Gewicht hätte beurtheilcn und die Wirkungenauf die davon betroffenen Freunde vorausschen können.Allein ihm waren die Schranken des gewöhnlichen Lebens ^gänzlich unbekannt und eben so unbekannt die Rücksichten