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um eines Würdigeren willen, als Albert gedacht ist,untergehen lassen, dem Untergange dech Helden würdenweniger Thränen geflossen sein.
Die jungen Eheleute, noch voll von der reichenZeit, die sic so eben in steten Bezügen mit Goethcnwarm durchlebt hatten, mußte es um so mehr schmerzen,von eben diesem Freunde eben dieses Verhältniß rück-sichtslos angewandt zu sehen, um daraus Bestandtheileeines Romans zu schöpfen, der Mißdeutungen erregenund sie persönlich in ein falsches Licht stellen konnte.Kestner mußte, in dem Gefühl, seine Gattin sich gleich-sam zum Theil entrissen zu sehen, seine Lotte durch dieLotte des Gedichts, da Goethe's Liebe zu ihr bekanntwar, beleidigt fühlen, sich selbst aber durch seine Ent-stellung in dem gedichteten Albert. Nach Empfang desBuchs daher schrieb er an Goethe einen Brief vollerVorwürfe, von welchem ein Fragment, in seinem Nach-lasse gefunden, unfern Documenten unter Nr. 106 hin-zugefügt ist.
Goethe, der Freund, verkannte nicht das Gewichtdieser Vorwürfe. Eine Lotte hatte er offen gepriesen.Eine Lotte erschien in dem Gedichte, in welchem zwischenDichtung und Wahrheit keine Grenze sichtbar ist, unddas in allen seinen Theilen, den erfundenen und wahren,die glühenden Farben einer zwischen Wunsch und Ent-behrung erlebten Wirklichkeit an sich trägt. Im Gefühl