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denen er in den Briefen sich selbst Kcstnern gegenüberstellte; bald nennt er ihn „Sie," bald „Du," bald „Ihr"und den Primaner, Hans, Lottens jüngeren Bruder, imStyle jener- Zeit, oft sogar „Er." Auch hat Kcstneres vollkommen natürlich gesunden, daß Goethe, in denwenigen an Lotten selbst gerichteten Briefen, sich eine /Freiheit erlaubte, die, nach den damaligen Begriffen derSchicklichkeit, Kcstner selbst sich nicht nehmen konnte, isie zuweilen „Du" zu nennen; daher, der ungewöhnlich, kseltsam, kühn in allem, was er that und sprach, der AllerLiebling war, den Namen, der ihm ein Gedicht, den in .dem Tone der Natur zu nennen, er als den einzigenErsatz für unaussprechlichen Mangel ergriff, nicht in derabsurdesten Form convcntioncllcn Respekts der Societälaussprach. Und im Schreiben, wissen wir, gibt es keinErröthen und keine Verlcgcnhcitsmicnen.
So sehr nun Kestner, den Schmerz deö Freundesehrend, sich auch in seinen übcrhffusten Geschäften, denBriefwechsel mit ihm aufs eifrigste angelegen sein ließ,während Lotte, die zum Schreiben damals nicht Zeit hatte,ihm durch Kcstnern erbetene Gedächtnißgaben sandte, warendiese Mitthcilungen doch nie genügend für den Abwesen-den. In jedem Augenblicke wollte er des ununterbroche-nen Verkehrs mit der Familie bewußt sein, und so sehrbedurfte er es zu seiner Ruhe, mit allen Gliedern derFamilie im besten Vernehmen zu bleiben, daß es ibn