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1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
438
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kaner-Missionären in Amerika kommen Wilde mehrere hundertStunden weit her, um getauft zu werden, und befinden sich ganzin der Religion unterrichtet; sie erklären, ein Weib, so und sogekleidet, komme oft zu ihnen und lehre sie, und habe sie nunhieher zur Taufe gesendet. Der Vorsteher der Mission, deraus der Beschreibung eine Nonne seines Ordens erkennt, reistnach Spanien und zeigt es dem General an; dieser weiß schonvon Maria de Agreda, er sendet jenen Missionar zu ihr mitBefehl zu fragen. Sie erzählt nun, ohne ihn zu kennen, ihrelange Visionsthätigkeit in jenem Lande, beschreibt Alles genau,und namentlich jene Sendung zur Taufe, und charakterisirt dieHauptpersonen. Sie wisse nicht, ob sie selbst dort sei, denn ihrLeib sei hier, aber sie scheine es sich zu sein, vielleicht nehmeein Engel ihre Gestalt u. s. w. Ein merkwürdiges Beispielzur Geschichte wissender Gebetsthätigkeit in entbundenerem Dasein;auch von der Kehrseite zur Erscheinung einer Somnambulen beider anderen und zur Hexen-Arbeit und Fahrt.

Im Ganzen fallen die Urtheile aller angeführten Autori-täten sehr streng und verwerfend aus, und wer den Gesichts-punkt, aus dem sie urtheilten, und das, worüber sie urtheilten,und die große Beziehungslosigkeit solcher Zustände damalsbetrachtet, und die höchst mangelhafte Weise der Erzählung undNiederschreibung aller dieser Dinge, die ich noch gelesen, dazu,der muß ihnen in allem Recht geben. Unterdessen finde ich dieVisionen der Meisten vom Leben Jesu und Mariä als Medi-tationen, als schöne erbauliche Bilder ohne Namenbenennungwieder in den sehr gebrauchten Betrachtungsbüchern des Thomasg ävsu und Philipp » ,Iesu. Sie können theilweise mehr Werthhaben als die besten Bilderbibcln und alle unsere gemachteneignen Vorstellungen.

Die arme Emmerich ist so unbegreiflich elend seit mehrerenWochen, daß sie vor Husten und Mattigkeit gar nicht sprechen