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habe bis jetzt Anstand genommen für den verstandesschwachenBischof die Kirchengebete anzustellen, weil man sich fürchte dieRegierung dadurch zu verletzen. Wenn dieses auch nicht wirklichso wäre, und es wäre nur Veranlassung da, daß ein vernünftigerMann dieses sagen könnte, so reichte es ganz hin auf die Fragezu antworten, was Bischof, was Vicar, was Diöcese machen.Wenn Noth, verzweifelte Noth kommt, werden wir beten lernen.Der gute Colmar in Mainz war ja auch ein Kind der Noth,hat beten gelernt und gebetet. Was ist sichtbar übrig gebliebennach seinem Tode? Hier im Land kennt man kaum seinen Namen,irgend ein Tabakfabrikant erhält heut zu Tage größer« Nachruhmunter den Christen.
Das Bischen Leben, was sich noch regt, wird meistens durchPolemik aufrecht erhalten. „Die Protestanten haben uns Diesesund Jenes entzogen," heißt es. Das ist freilich nicht recht.Aber die Fragen: „Wie haben wir Dieses und Jenes verwaltet? —Wie verwalten wir die Schätze, welche uns Niemand nehmenkann?" diese Fragen kommen selten vor. Die ewig lebendigen,wirklich geistlichen Güter können der Kirche nicht genommenwerden. Möchte nur durch den Verlust der geistlichen Güterdas Auge für ihren unantastbaren Schatz geöffnet werden!Möchten nur alle ihre falschen Freunde, die ungeistlichen Priester,sie verlassen haben, dann würde das Brod des Lebens in denHänden der wahren Freunde in der Noth sich dergestalt mehren,daß Brocken zur Sättigung der armen Seelen und zur Bekehrungder Ungläubigen übrig blieben.
Sollten einige Priester wie Colmar nicht mehr thun können,als ein paar hundert andere? Jetzt verdirbt oft der eine wasder andere gut macht. Die Art ihrer Bildung ist aber so, daßsie höchstens gehütet, selten gerüstet, oder fast nie kampfkundighervorgehen. Das Betrübteste ist, daß man ihnen meistens dieSeele tödtet mit einer Rüstung und einer Kriegskunst gegen