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1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
329
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ewige Kronen. Zu jeder heiligen Handlung gehört innereVorbereitung und Abscheider: von der Welt. Opfer verlangtder Herr von uns; denn er hat sich uns auch geopfert."-

So eben ist sie sehr krank geworden; sie erbricht das BischenWasser, das sie trinkt, mit großen Schmerzen in heiliger Geduld. Ich bete, und jedes Gebet bringt augenblicklich Linderung;jedes Gebet mit gutem Willen wirkt übermenschlich.

Das einzig liebende Wesen, das jetzt vielleicht lebet, dennder Herr hat sie versiegelt, ächzt noch immer neben mir. Ichbete von ganzer Seele, sie erstarrt; meine Thränen fließen, siekann mich nicht sehen, und seufzt und spricht:Habe Dank,Deine Thränen sind auf mein Herz gefallen, ich bin erquickt,Dein Gebet ist erhört. Ich bin den Kreuzweg gegangen, Du warstbei mir, und ich habe alle meine Schmerzen und alles Betenund allen Trost meiner und Deiner Freundin geopfert, es wirdihr Helsen, es war genug."

Nimm diese Gnade in dieser Stunde, den 8. December,Mariä Empfängniß, ein Feiertag, mögest Du ihn nicht vergessenhaben. Ich tauchte ein Läppchen in Weihwasser, ließ sie dransaugen, und betete, da seufzte sie und lächelte, und nun reichteich ihr die Reliquie von Sauet Clemens, sie drückte sie an Lippeund Herz, und die Heiligen beteten für Dich mit ihr.

Als sie erwachte, las ich ihr noch eine Rede von SauetGregorius vor, worauf sie in Extase siel. Nun kniete ichwieder nieder bei ihr, betete noch still ein Vater unser und AveMaria für sie und auch für Dich, legte ihr die Reliquien alle auf'sHerz, segnete sie, und ging auf meine Stube und schrieb Dir das.

Solches erlebe ich täglich seit einem Vierteljahr, und habedas Meiste getreu ausgezeichnet.--

Hab' ich Dir schon geschrieben, was die tiefsinnigste Seherin