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1 (1855) (1855)
Entstehung
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Ich reiste ab, weil die Nachrichten von Sailer's Ankunftso unbestimmt waren, und ich ihn nicht versäumen wollte zuDülmen. Ich reiste nach Münster, sieben Meilen weiter, wo ichden Mittwoch Mittag eintraf. Ich ging zu Overberg, michnach Wille zu erkundigen. Ich fand einen edlen, geistreichen,unendlich ruhigen, von göttlichem Frieden und christlicher Freund-lichkeit belebten Greis, der zu Mittag und seine gichtischenFüße ans einen Schemel legte. Er sprach mit großer Liebe vonWilken's Demuth und Werth; er kennt ihn wie wir, er sei aufdem Lande bei den Seinen, und werde nächstens gut placirtwerden. Als er hörte, ich gehe zur Emmerich, sagte er:Dortwerden Sie sehr freundlich ausgenommen werden." Dann spracker noch sehr viel ungemein einfach und klar und tief von dieserlieben herrlichen Seele, und ging einsam und krank mit mir bisan die Thnre, recht wie ein Engel.

Nun sagte er mir noch die wunderbarsten Dinge von derlieben guten Emmerich, die Du alle hören wirst, wenn ich Dirvon ihr selbst viel schreibe, und das werde ich können; ja ichhabe alle Hoffnung, ihr Biograph zu werden, nun da ich sie seitdrei Tagen, etwa sechs Stunden in dreimal gesprochen.

Ich suchte den Dechant Kellermann in Münster auf, anden ich Briefe von der Gräfin hatte; er ist ein durch und durchgeistvoller, heiterer, frommer, gelehrter, junger Mann, undzugleich sehr freudig und herzvoll, ein Priester, teil-nehmend an aller tiefer greifenden Bildung. Ich theilte ihmChristian's Brief an die Kinder mit, der ihn ganz hinriß undentflammte, und die mir so lieben Lieder hatten eine Wirkungauf ihn, wie sie auf mich, Christian, die Stolberg's und auf diegottselige Emmerich gehabt.

Donnerstag den 24. September, Mittags um halb elf Uhr,kam ich in Dülmen, einem einfältigen Landstädtchen, an, vollguter Ackerbau treibender Leute, wo das wunderbarste Kleinod,das einfältige, schwer kranke, freundliche, bescheidene, geistvolle