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Bnkowan war, ich auf dem Punkte stand, auf einige Wochen nachWien zu Dir zu kommen. So ungemeinen Kunst- und Bücher-genuß ich mir auch in Deines Vaters Sammlungen versprechenkonnte, so war es doch allein die Idee, wie mich die Gewißheit,daß alles Dieses zerstreut werden sollte, betrüben würde, wennich erst die ganze Herrlichkeit gesehen hätte, die mich innigermahnte, nicht nach Wien zu gehen. Und so hat dieselbe Ver-äußerung, welche das ganze Leben und Wirken Deines Vatersvernichtet und Euch und Eure Nachkommen eines Schatzes
beraubt, mich auch um die Freude, ein schönes Land, neueMenschen und alte Freunde wiederznsehen, gebracht. ES ist mirbis zu Khränen rührend, wenn ich bedenke, daß ich jetzt schonein festes Testament für meine Bilder und Bücher gemacht,damit sie als ein Andenken meiner Gesinnung an die kommenmögen, die sie benutzen können, und daß ich diesen Tropfen sosorgsam bewahre, während Ihr ohne Noth ein Meer ansgießet.*)Doch genug hievon.
Nun eine Neuigkeit, welche Dir Franz vielleicht schon
gemeldet. Mein Herr Bruder, Arnim, hat sich den 4. December1810 versprochen mit Bettine Brentano — ein ehrenwerthesPaar, welches viel Gutes auf der Welt thun wird. Mir ist esein angenehmer Gedanke daß ich zu dieser und Savignh's
Verbindung die Veranlassung gewesen. Gott segne sie!
Arnim, mit dem ich noch immer zusammenwohne, hatvorige Ostern den trefflichen Roman, die Gräfin Dolores, diesenHerbst ein Trauerspiel, Halle und Jerusalem, eben so herrlich,geschrieben. Ich arbeite noch immer ruhig an einem großenGedichte, die Erfindung des Rosenkranzes, in Romanzen wie der
*) Clemens Brentano veräußerte indeß auch seine Sammlung seltener Bücher 1817 ,als er von Berlin nach Dülmen zog, um die wunderbaren Gesichte derA. C. Emmerich aufzuzeichnen — später begann er von neuem zu sammeln.