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1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
160
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betrübtes Nachsehen. Wenn ich aus Böhmen wiederkomme, wirdmeine erste Reise, die ich mache, zu Ihnen sein, um zu wissen,wie Sie aussehen, und um mich zu betrüben, daß ich Ihnengewiß mißfalle, weil zwar die Spitzen meiner Berge noch allestehen, die Thäler aber sind zugcsandet, und es ist keine Aussichtmehr; flach und holprigt Alles. Sobald Sie die Liedergelesen, schreiben Sie mir doch bald, wie es Ihnen dabei gewor-den ist. Befürchten Sie nicht, mich durch Ihr Mißfallen zubetrüben, denn ich fühle tief alle Mängel. Ich fühle sie schon inmir, und es würde mir in Ihrem Umgang erquickender sein,wenn Sie mich freundlich tadelten und ermahnten, als wennSie mich fremd mir selbst anheimstellten. Ich mache Sieauf Arnim's Roman, der diese Messe erschienen ist, aufmerksam:Armuth, Reichthum, Schuld und Buße der GräfinDolores." Luise wird ihn wohl bald erhalten; es ist ein Buch,so reich, wie wenige deutsche Romane. Wie herrlich sind die drei^ dramatischen Episoden: Die Päpstin Johanna, Hylos und derRing; wie originell komisch der Herzog Pripert! Sein Trauer-spiel: Halle und Jerusalem, das auch bald erscheint, istmir dennoch ungleich lieber, ja mit das Liebste in neuer, deutscherKnust, und es wird auch Ihnen sicher gefallen. Wenn Siemir schreiben wollen, so lassen Sie sich durch die Idee, daß ichin Böhmen bin, nicht abhaltcn, und schreiben unter der gewöhn-lichen Adresse an Pistor, der mir die Briefe nachsendet. WerdenSie gesund; bleiben Sie mir gut. Ihre Güte thut mir ungemeinwohl. Herzlichen Gruß an Luisen.

Ähr

Clemens Brentano.

Wenn ich ein Buchhändler wäre, würde ich etwas ganz^.altfränkisches mit Ihnen unternehmen. Von 1550 bis 1600erschienen bei Feyerabend in Frankfurt am Main, was wir