dieses Beilagers in der Spinnstube zwischen Herrn Lampendunstund Madame Luft, geborene Flachsachel, in meiner Kehle ver-kündet. Hernach trat ich in die untere Stube und stand aufdem Kirchhof eines groben, arbeitsamen Schmiedewerkeltages,zwischen auf Stroh hingestreckten Riesen und Riesinnen. Dieeine Dame mochte wohl etwas von gewöhnlicher Menschengrößeund ihrer Unzulänglichkeit geträumt haben; denn als ich ihreinen Kuß anbot, sagte sie höchst aufgebracht: „Dazu bräucht icha noch so a Berggeistel, so a Krüpple, laß er si noch ein Ellen-schock aspinne un dann kann er si wieder präsentire." Einensolchen Ausgang hatte diese Sache.
Sage dem Franz, daß es mir itzt so gut geht, als es mirgehen kann, und daß sich selbst in meinen jetzigen Arbeiten dasGefühl der Freiheit meiner Existenz vortheilhaft zeigt. Ich binfest entschlossen, alle Hände zu küssen, die sich nicht in meinSchicksal mischen, und küsse Euch die eurigen also recht herzlich.Ich hoffe, daß Ihr Euch immer mehr daran gewöhnen werdet,von mir Nichts zu begehren, als keine Schande für die Familie,Achtring ihres Glaubens, Duldung ihrer Meinungen, und Liebeund Dank für Euren guten Willen und Eure That: so wirdAlles gut gehen, oder wenigstens nur für mich allein schlecht.Denn ich bin mir eben so sehr der Nächste, um mir Glück zuverschaffen, als der Nächste, mein Unglück zu tragen, oder zuenden; so ist denn mein Schicksal Euch nie wieder eine Bürde,und wenn ich Euch freue, so wird diese Freude mehr sein, alsein Gegengewicht meines Drucks. Meine Finanzen sind itztschon sehr verständlich, und werden bald ganz deutlich sein.
Ich danke der Gundel sehr für ihre gestrickte Weste. Esliegt darin ein Sieg ihrer Liebe zu mir über ihre Liebe zurFreiheit und Flüchtigkeit. Ich habe sie gleich, augezogen undmein Herz hat unter der elastischen Hülle so brüderlich für siegeschlagen, als wäre die Welt nicht mehr unelastisch, eine aus-