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Derselbe an Denselben.
Liliigenschll dm A. Nni 7796.
Lieber theurer Bruder!
Deinen Brief voll reiner brüderlicher Liebe habe ich mitinniger Rührung gelesen und wünschte Dir jetzt schon durcheine aufrichtige freundschaftliche Antwort beweisen zu können, wiesehr wahr ich halte, was Du mir gesagt hast, und wie sehr ichsuchen werde, daß ich Deine Hochachtung einstens mir erwerbenund Deine Liebe verdienen möge.
Lieber Bruder, mit vielem Wohlgefallen reiste ich ab, dennin Frankfurt war Nichts für mich zu hoffen. Du bittest michum eine kleine Beschreibung unserer Tageseintheilung, die wirstDu in meinem letzten Brief, eul> tiullo Schwab, finden können.
Was hier zu lernen ist, werde ich mir suchen einzuprägen,nur fehlt es hier ganz an Meistern, und überhaupt ist der Ortsehr beschränkt, was schöne Künste und nützliche Wissenschaftenbetrifft. Darum erwarte ich so sehnlich meine Kiste, in dermeine Rechenbücher, Vorschriften und eine Menge nöthigerGerätschaften und viele nützliche Bücher sind, die mir hier inden freien Stunden manche belehrende Unterhaltung geben können.Dann ist noch das Bild mit dem Eichenkranze darin, nieingrößtes Heiligthum auf Erden.
Was ich eben sagte, daß es hier an geschickten Meisternfehle, mußt Du nicht auf eine stille, ruhige, denkende Stadtdeuten; es ist entsetzlich, wie wenig Religion hier unter Jungund Alt herrscht und welcher rasende Iacobinismus das ganzeVolk, Reich und Arm, durchfrißt. Es ist unbeschreiblich, wennich Dir sage, daß hier die Democraten mit den MainzerClubbisten gar nicht in Parallel stehen, und daß ich noch nichteinen einzigen Menschen fand (ich kenne doch schon ziemlich Alles,