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Bald nach dem Tode des Malers Runge (19. December 1810)widmete Clemens Brentano dem Andenken dieses von ihm sohoch geschätzten Künstlers in den Berliner Abendblättern Worteanerkennender, dankbarer Erinnerung. (Gesammelte Schriften IV.Seite 430.) Mit der mit Runge gestorbenen Hoffnung, seinGedicht durch dessen Zeichnungen verherrlicht zu sehen, warvielleicht auch eine mächtige Triebfeder zur Vollendung derRomanzen erlahmt.
Nur für einen engern Kreis von Freunden schrieb Brentanoim Jahr 1811 zu Berlin, wo er damals mit Arnim zusammenwohnte, den Philister, eine scherzhafte Abhandlung, die anfangsgar nicht gedruckt werden, sondern durch Abschriften einem armenMann einiges Verdienst zuwenden sollte. Später verstand ersich doch zu dem „philist rischen" Druck dieses Schriftchens,dem gedachten Bedürftigen den Gewinn zuwendend und zumBesten desselben zum Ankauf auffordernd, mit den Worten:
„Ein Thaler Courant!
Kauf' milde Hand,
Philister HohnUnd Gotteslohn."
(Gesammelte Schriften V. Seite 370.)
Der Dichter geißelt darin mit geistreichem, unverwüstlichemHumor alle Fadheit, Plattheit und Gemeinheit in Gesinnungund Handlung. Obschon es die Färbung der Zeit an sich trägt,in der es entstanden, so finden doch die Hauptzüge der Schilde-rungen noch heute, und wohl in ferne Zukunft hinaus, ihreAnwendung.
Nach dem Prachiner Kreis in. Böhmen, wo die GeschwisterBrentano in jener Zeit die bedeutende Herrschaft Bukowanbesaßen, welche ein jüngerer Bruder unseres Dichters, Christian,seit 1808 verwaltete, und die Clemens schon einmal im Jahr1810 besucht hatte, wandte er jetzt seinen Weg und verweilte