Oft und viel hat er von den Plagereien erzählt, welche er beider Tante Möhn erdulden müssen, wobei das viele Waschen mitkaltem Wasser eine Hauptrolle spielte. Während dem Erduldendieser Plage soll er vor Kälte starrend den ersten Reim gemachtund das Sprüchlein von der Morgenstund' mit: „hat kalt Wasserim Mund," ergänzt haben. Viel Charakteristisches für Clemens,wie wir ihn in reiferen und späteren Jahren gekannt, zeigte sichauch schon in dem Reimspruch, in den er damals sein Tischgebetverändert:
„Komm Herr Jesu, sei unser Gast,
Au meiner Kapp ist ä goldne Quast."
Von dem Gymnasium abgerufen, sollte Clemens jetzt aufdem Comptoir seines Vaters in Frankfurt am Main dieHandlung erlernen. Daß der geniale dichterische Jüngling sichdabei nicht wohl fühlte, daß sein oft harlekinähnlichc Streicheersinnender Muthwille dem ernsten, stattlichen Vater, der denSohn gern zu der Lebensbahn' heranbilden wollte, die ihn zuWohlstand und Ehre geführt, viel Kummer und Sorge machte,daß somit Verdruß nicht ausbleiben konnte, liegt sehr nahe, sosehr die Brüder und besonders ein alter origineller Buchhalter,der gute Herr Schwab, dessen die Geschwister oft in Liebe undDank gedachten, und der mit seinen abenteuerlichen Erzählungennicht wenig dazu beitrug, den Trieb für's Wunderliche undPhantastische in ihnen zu nähren, sich bemühten, zwischen Vaterund Sohn ein gutes Einverständniß zu erhalten.
Das mythische Bild, unter welchem ") Clemens diesenwunderlichsten aller Buchhalter zeichnet, der halb mit den Conto-büchern des Comptoirs, halb mit dem Blocksberg der Literaturverkehrend, als der Vermittler seiner Märchenwelt mit dem
") Siche Vorrede zum Gockclmärchen V. Band, Seite II der gesammeltenSchriften.
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